Fakten
Schlafmangelleiden
ärztlich diagnostizierte Schlafstörung
Schlafprobleme bei Schulkindern
Verwendung von Schlafmitteln
leiden unter Schlafmangel
Für weit fast 40 % der Deutschen ist die Nacht zu kurz – hier herrscht Handlungsbedarf. Denn auf die Dauer hat Schlafdefizit massive negative Folgen für unsere Gesundheit.
1. Schlafmangel ist ein weit verbreitetes Übel
Immer mehr Menschen empfinden ihre Schlafdauer als zu kurz und können schlecht ein- oder durchschlafen. Dabei brauchen wir ausreichend lange nächtliche Ruhephasen, um uns körperlich und seelisch zu regenerieren. Rund sieben Stunden sollten es in der Regel schon sein. In dieser Zeit laufen wichtige Reparatur- und Stoffwechselprozesse ab, es werden Abfallstoffe abgebaut und das Immunsystem gestärkt. Zugleich läuft das Gehirn auf Hochtouren, es sortiert Erlebtes, sichert Gelerntes und löscht Überflüssiges.
Die eine oder andere durchwachte Nacht erlebt jeder hin und wieder, im Einzelfall steckt unser Körper das noch halbwegs locker weg. Im Straßenverkehr dürfte eine akute Übermüdung allerdings gefährlich werden. Und dauerhafter Schlafdefizit kann sowohl physisch als auch psychisch ernste Konsequenzen nach sich ziehen. Die breite Palette an Folgeerkrankungen reicht von Herz- und Gefäßkrankheiten, Diabetes und Übergewicht bis hin zu Depressionen und Burn-out. Bevor es aber so weit kommt, kannst du dein Schlafverhalten kritisch überprüfen, positiv beeinflussen – und notfalls ärztlichen Rat einholen.
2. Wenn der Arzt die gelbe Karte zeigt
Schlecht geschlafen? Keine Panik, gerade in stressigen Lebensphasen werden wir alle mitunter von unruhigen Nächten heimgesucht. Das ist völlig normal. Hält dieser Zustand aber Nacht für Nacht über einen längeren Zeitraum an, solltest du handeln und einen Arzt aufsuchen. Unter Medizinern gilt als Faustregel: Schläft der Patient länger als drei Monate und mindestens dreimal die Woche schlecht, wird es kritisch.
Häufig stecken organische Erkrankungen hinter den ruhelosen Nächten, etwa die Schlafapnoe, bei der die Atmung wiederholt kurzfristig aussetzt. Aufschluss kann hier zunächst der Einsatz einer ärztlich verordneten Schlaf-App oder letztlich der Besuch im Schlaflabor geben. Die Behandlung fällt je nach Ursache der Schlafstörung unterschiedlich aus, zum Beispiel durch die Applikation nächtlicher Atemgeräte. Bei psychologisch bedingten Hintergründen helfen in der Regel kognitive Verhaltenstherapien (KVT, internetbasiert als iKVT) und Entspannungstechniken, in bestimmten Fällen verschreibt der Facharzt dann auch spezielle Medikamente auf Rezept.
3. Schlaf, Kindlein, schlaf?
Mehr als ein Drittel der deutschen ABC-Schützen klagen über Schlafprobleme. Die können nicht nur die schulischen Leistungen, sondern auch die Eltern-Kind-Beziehung und das gesamte Familienleben aus dem Lot bringen. Zudem wirken sich die Störungen, sofern sie dauerhaft auftreten, negativ auf das Wachstum des Kindes und seine Persönlichkeitsentwicklung aus. Hier gibt’s leider kein Patentrezept – so verschieden wir alle sind, so individuell muss auch nach Lösungen gesucht werden.
Die Gründe für die Schlafprobleme können ganz unterschiedlich sein – von organischen bis hin zu seelischen Ursachen. Erste Anlaufstelle ist hier die Kinderarztpraxis. Von den über 100 deutschen Schlaflaboren sind einige bereits auch auf Kinder spezialisiert. Die empfehlen Eltern, ein Schlaftagebuch für den Nachwuchs zu führen. Je mehr Informationen, desto besser können sich die medizinischen Fachkräfte ein Bild vom Schlafverhalten der kleinen Patienten machen. Denn Kinder können das meist selbst noch nicht so genau beschreiben.
4. Mother’s little helpers – Vorsicht, Suchtgefahr!
Gut 6 Millionen Deutsche greifen laut einer aktuellen Umfrage der Statista GmbH in ihrer Not zu Schlafmitteln. In einigen Fällen verschreibt ein Arzt die Präparate, viele Menschen bevorzugen aber auch kurzerhand die Selbstmedikation. Der Griff zur Pille mag temporär Erleichterung bieten, ist aber gewiss nicht dauerhaft ratsam. Denn am Ende werden die Probleme eher schlimmer; man hat das Gefühl, ohne Schlafmittel gar nicht mehr einschlafen zu können und gerät in eine psychische Abhängigkeit. Dann wird aus der Ausnahme schnell die Praxis.
Grundsätzlich sollten solche Medikamente, sogenannte Hypnotika, nur unter ärztlicher Kontrolle eingesetzt werden – das empfehlen Mediziner selbst für rezeptfreie und sogar für pflanzliche Produkte, um Neben- und Wechselwirkungen zu vermeiden. Generell gilt: Die schlaffördernden Arzneimittel können zwar Beschwerden lindern, aber nicht deren Ursachen angehen. Besser ist es allemal, die individuellen Gründe für die unruhigen Nächte zu beleuchten. Und dann entsprechende Maßnahmen zu ergreifen, die sich nachhaltig auf unser Schlafverhalten auswirken.